Audi: Warum „Fehler“ eingestehen, wenn es sie gar nicht gibt?

Audi: Warum „Fehler“ eingestehen, wenn es sie gar nicht gibt?

Wie Ben Krischke in der meedia es so richtig nennt: Warum Audis Entschuldigung feige ist.

Dem Shitstorm angesichts des o.a. Motivs mutet etwas „Mutwilliges“ an. So nannten es meine Eltern, wenn jemand etwas vorsätzlich an den Haaren herbei gezogen hat.

Da wird ausgeführt, der Fahrer des Fahrzeugs könne das Kind nicht sehen und daher bestünde ja eine Unfallgefahr. (Mutwillig, denn: Das Auto steht sehr deutlich; wie sollte es das Kind gefährden?)

Oder: Das Mädchen mit der Banane habe eine Lolita-Anmutung (genau: Nabokov), zumal es gerade eine Banane verspeist. (Mutwillig: Man muss schon sehr pädophil veranlagt sein, um hier eine sexualisierte Form der Darstellung zu vermuten.)

 

Was sagt das über die Marke?

Audi zeigt sich einsichtig und räumt einen Fehler ein. Das wäre super, wenn es denn ein Fehler wäre. Aber wenn die möglicherweise fehlinterpretationsfähige Abbildung ein Fehler ist, wie soll es dann weitergehen mit der Kommunikation. Letzlich werden alle emotional aufgeladenen Motive von der einen oder anderen Gruppe, die Automobilunternehmen negativ gegenüberstehen, fehlinterpretiert werden können.

Hinzu kommt: Wenn Audi die Abbildung selbst als Fehlverhalten einschätzt, wie ist dann das Standing der Marke einzuschätzen? Will sie es „jedem rechtmachen“? Das ist der Eindruck, den die schnelle Entschuldigung auslöst.

Manchmal wäre es für Marken besser, zunächst die Folgen im Blick zu haben, bevor reflexartig auf Shitstorms reagiert wird.